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Thomas Friendica

Projekt Verkehrspolitik selber machen. Teil 1

Auf der Erde — als es die Erde noch gab, bevor sie zerstört wurde, um einer Hyperraum-Umgehungsstraße Platz zu machen — hatte es das Problem mit den Autos gegeben. Alle Nachteile, die man auf sich nahm, indem man Riesenmengen schwarzen, klebrigen Schlamm aus der Erde zog, wo er sicher und gefahrlos versteckt gewesen war, ihn in Teer verwandelte, um das Land damit zu zudecken, in Rauch, um die Luft damit zu erfüllen, und den Rest ins Meer kippte, all das überwog doch den Vorteil, noch schneller von einem Ort zum anderen gelangen zu können — besonders wenn der Ort, an den man dann kam, wahrscheinlich als Ergebnis alles dessen, dem Ort ganz ähnlich geworden war, aus dem man gerade kam, d.h. mit Teer zugedeckt, voller Rauch und ohne Fisch.

— Auszug aus Douglas Adams „Das Restaurant am Ende des Universums“, Kapitel 22

Douglas Adams bringt elegant auf den Punkt, was das Problem unserer Vorlieben zur Fortbewegung ist. Zeit also, das einmal zu überdenken.

Wie wir am Verkehr teilnehmen ist eine sehr individuelle Sache. Daher wird der Automobilverkehr in der Verkehrspolitik als "Individualverkehr" (IV) bezeichnet. Wobei damit natürlich nicht nur Autos gemeint sind. Der Vorteil daran: Jeder kann sich selbst überlegen wann er wie wo hin kommt. Auf der anderen Seite sieht man Täglich, dass der IV — so wie er derzeit ausgelebt wird — sich selbst blockiert.

Schön ist dazu dieses Beispiel aus den Niederlanden: Dort wurde überlegt die Straße zu verbreitern, um dem IV mehr Raum zu geben. Stattdessen fanden sie jedoch genug Umstiegswillige, die ein E-Bike geschenkt bekamen und so den Verkehr entlasteten.

Das ein Auto viel Geld kostet ist kein Geheimnis. Wieviel wir dafür ausgeben ist vielen trotzdem nicht klar. Wer etwas Zeit hat kann sich das auch einmal vorrechnen lassen (Die Sendung lohnt sich auch in voller Länge):

YouTube: [DOKU] Quarks & Co. - Hat unser Auto noch Zukunft? (Rock N Rolla)



Wenn ich bedenke, dass ich für mein aktuelles Auto seit 2008 schon ca. 53.000€ ausgegeben habe (incl. Pendelverkehr nach Köln über 4 Jahre) steige ich lieber vor der Rente um.

Tatsächlich geht dieses Projekt nun schon ins zweite Jahr. Es wurde ein Velomobil beschafft (über Jobrad geleast), damit habe ich dieses Jahr ca. 2000 km zurück gelegt. Trotz Eingewöhnung ist meine Fahrleistung mit dem Auto nun nur noch ca. bei 4000 km. Das bedeutet, dass sich das Fahrzeug eigentlich jetzt bereits nicht mehr rechnet. Aber ich werde es noch ein wenig behalten müssen, alleine um heraus zu finden, wie mein Bedarf an Auto denn derzeit aussieht, und womit ich das am effektivsten kompensiere.

Meine aktuellen Ziele:
  • Mehr Kilometer mit dem Fahrrad zurück legen als mit dem Auto
  • Ermitteln wie mein persönlicher Verkehrsbedarf aussieht
  • Ermitteln wie ich meine Gewohnheiten verändern kann
  • Wenn möglich, abschaffen des eigenen Autos
verkehr fahrrad velomobil auto straße
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